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Blutspendeaktion bei HARTMANN

18.07.2005 Kleiner Pieks, große Hilfe: Am Montag, den 18. Juli 2005, fand im HARTMANN-Pavillon eine Blutspendeaktion des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) statt. Vier Ärzte und vier Krankenschwestern des Blutspendedienstes Ulm waren mit speziellen Spenderbetten sowie der technischen Ausrüstung gekommen, um bei HARTMANN-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Blut abzunehmen. Die Betreuung am Spenderbett und im Ruheraum übernahmen HARTMANN-Auszubildende, für die Stärkung danach sorgten das Kantinenpersonal sowie die "neue BKK", an deren Stand es kostenlos Obst gab. "Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden. 96 Personen haben Blut gespendet, davon 68 als Erstspender. Damit haben wir unser Ziel erreicht, möglichst viele Erstspender zu gewinnen", stellte Thomas Lehner, der in der Personalabteilung die Voranmeldungen entgegengenommen hat, am Ende des Tages zufrieden fest.

DRK-Blutspendereferent Michael Kraus, der die Aktion koordinierte, erläuterte die Bedeutung von Erstspendern: "Altersbedingt oder aus gesundheitlichen Gründen scheiden Mehrfachblutspender irgendwann aus und müssen durch neue Spender - die so genannten Erstspender - ersetzt werden." Gerade in den Sommermonaten hat das DRK aber Probleme, Spender zu finden, da viele Leute im Urlaub sind oder sich aufgrund der Hitze zu schlapp fühlen, um zur Blutspende zu gehen.

Dabei haben Spender durchaus auch selbst etwas von der Blutspende, wie Dr. Wolfgang Zaschke, Arzt aus Waiblingen, der als Freiwilliger die Aktion betreute, hervorhob. Vor der Blutspende werden alle Spender untersucht, und jede Blutabnahme wird auf Infektionskrankheiten, Syphilis und HIV-Erreger getestet, bevor sie als Blutkonserve freigegeben wird. Der Spender erfährt also nicht nur seine Blutgruppe, sondern auch andere wichtige Werte.

Besonders gefragt ist die Blutgruppe Rhesus negativ, die für Transfusionen bei Neugeborenen verwendet wird. Aber auch andere Blutgruppen werden benötigt. Besonders freut sich das DRK daher immer über Blutspendetermine bei Unternehmen, da dort eine gute Blutgruppenmischung bei einer Aktion erzielt wird. Allerdings dürfen drei bis fünf Prozent der Spendewilligen kein Blut abgeben. "Am häufigsten müssen wir junge Leute ablehnen, da in dieser Altersgruppe Piercings oder Tattoos relativ häufig anzutreffen sind. Bis zu sechs Monate nach einem Piercing oder einer Tätowierung können noch Infektionserreger im Blut sein", sagte Dr. Zaschke. Auch wer sich im letzten halben Jahr zum Beispiel in einem Malariagebiet aufgehalten hat, darf kein Blut spenden. Diese und andere Informationen werden in einem Vorabgespräch abgefragt.

Die Spendebereitschaft steht in einem direkten Zusammenhang mit der Größe des Wohnorts. "Je größer die Städte, desto geringer das Gemeinschaftsgefühl und damit die Spendebereitschaft", so die Erfahrung von Michael Kraus. Bundesweit spenden im Durchschnitt 1,5 bis zwei Prozent der Bevölkerung Blut. Baden-Württemberg liegt mit 3,5 Prozent weit vorn, und im Ostalbkreis spenden sogar mehr als fünf Prozent aller Einwohner. "Die Großstädte Stuttgart oder Frankfurt sind mit 0,3 Prozent dagegen traurige Schlusslichter."

Eine Vollblutspende entspricht einem halben Liter Blut, das zu drei verschiedenen "Konservenprodukten" verarbeitet wird. Die Erythrozyten (rote Blutkörperchen) werden am häufigsten verwendet. Sie sind 35 Tage haltbar. Die Thrombozyten (Blutplättchen) werden eher weniger, vor allem bei Blutplättchenstörungen verwendet, und sind nur fünf Tage haltbar. Das Blutplasma, das im Wesentlichen eine Eiweißlösung ist, wird eingefroren und hält sich bei minus 35 Grad mehrere Jahre. Es wird bei Gerinnungsstörungen verabreicht. Mehrfachspender gehen durchschnittlich zweimal im Jahr zur Blutspende. In Baden-Württemberg sind es pro Woche 10.000 bis 12.000 Personen, die 5.000 bis 6.000 Liter Blut für die Notfallversorgung zur Verfügung stellen. Bundesweit sind es etwa 75.000 Personen beziehungsweise 37.500 Liter Blut.